Das

 

INSTITUT  FÜR  NEUES  LERNEN GmbH

 

... informiert Sie hier über das Phänomen MOBBING

... hilft Arbeitgebern und Vorgesetzten beim Auflösen von MOBBING

... bietet Führungscoaching und Weiterbildung für Führungspersonen 

... unterstützt Sie beim Konfliktmanagement

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Institut für Neues Lernen GmbH

Esther Lauper

Bürglistrasse 8

CH- 8304 Wallisellen

++41 (0) 44 883 75 70

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Dieses Informations-Web zum Thema Mobbing ist ein Projekt des Instituts für Neues Lernen

 

 

 


Mobbing im sozialen Bereich

 

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Mobbing im Sozial- und Gesundheitsbereich ist keine Seltenheit.

Gemäss Studien wird in deutschen Spitälern siebenmal häufiger gemobbt als anderswo (VSAO, März 2000, Nr. 2).

Eine Umfrage des Kaufmännischen Verbandes Zürich und des Schweizerischen Beobachters ergab für die Schweiz, dass Mobbing in öffentlichen Institutionen, Heimen und Spitälern öfters vorkommt als in der Privatwirtschaft (Enkelmann 1994, in: Schüpbach & Torre 1996).

Das vermehrte Auftreten von psychosozialem Stress und Mobbing im Dienstleistungssektor sowie im Erziehungs-, Gesundheits-, Justiz- und Sozialwesen lässt sich mit folgenden Faktoren erklären:

  • Hoher Kostendruck, massive Sparmassnahmen, Stellenabbau, Überforderungen bei gleichzeitiger Effizienzsteigerung, Qualitätssicherung und Wirksamkeitsanalysen

  • Zum Teil unpräzise Aufgabenbeschreibungen und kaum klar beurteilbare Arbeitsleistungen

  • Schwer definierbare und zum Teil nicht messbare Erfolge und Ziele

  • Vermehrte Projektions-Mechanismen unter den Mitarbeitenden

  • Geringere Bereitschaft dieser Berufsgruppen, externe Hilfe anzunehmen

  • Spärliche Budgetierung und Nutzungsmöglichkeit von Coaching, Supervision und Weiterbildung

  • Einzel-Coaching oder Team-Supervision sind oft erst bei Krisen erwünscht und werden teils als Zeichen von Schwäche gedeutet

  • Hohe Ideale, aber geringer Ausbildungsstand bezüglich Konfliktbewältigung.


Mobbing im Spital

Erscheinungsformen unter Kolleginnen und Kollegen

  • Verbreiten von Gerüchten über das Privatleben.

  • Verbreiten von Unwahrheiten über den beruflichen Werdegang

  • Vorenthalten von wichtigen Informationen.

  • Vorschläge von jemandem werden ignoriert oder systematisch abgelehnt.

  • Äusserungen von jemandem werden ins Lächerliche gezogen

  • Man macht sich über das Aussehen und den Lebensstil des Opfers lustig.

  • Man lässt jemanden nicht zu Wort kommen.

  • Man hört nicht zu, läuft davon.

  • Jemand wird übermässig kritisiert.

  • Jede Handlung einer Person wird kontrolliert.

  • Jede Handlung einer Person wird negativ kommentiert.

  • Man überhäuft jemanden mit zuviel Arbeit.

  • Man gibt jemandem zu wenig zu tun und behauptet er/sie wäre faul.

  • Man stellt das berufliche Können in Frage.

  • Zu informellen Anlässen wird jemand nicht eingeladen.

  • Es werden ständig Andeutungen gemacht.

  • Die physische und psychische Gesundheit einer Person werden angezweifelt.

  • Die Persönlichkeitssphäre einer Person wird missachtet.

  • KollegInnen die sich mit dem Opfer solidarisieren, werden unter Druck gesetzt.

  • Vereinbarungen mit einer Person werden nicht eingehalten und nachträglich in Abrede gestellt.

  • In den Pausen wird jemand alleine sitzen gelassen.

  • Verbindliche Termine werden jemandem nicht mitgeteilt.

  • Jemand wird systematisch isoliert.

  • ...

Erscheinungsformen seitens der Vorgesetzten

  • Es wird jemandem Verantwortung entzogen.

  • Jemand wird ad hoc zu einem Qualifikationsgespräch bestellt.

  • Anfragen einer Person werden nicht beantwortet.

  • Jemand wird unter seine Kompetenzen zurückgestuft.

  • Auf Wünsche bezüglich Arbeitsplan und Ferien wird kommentarlos nicht eingegangen.

  • Anliegen und Vorschläge werden ignoriert.

  • Jemandem werden Fehler angelastet, die andere verursacht haben.

  • Vereinbarte Gesprächstermine werden nicht eingehalten und auch nicht abgesagt.

  • Meinungen einer Person werden als inkompetent abgetan.

  • Die Belastbarkeit einer Person wird öffentlich angezweifelt.

  • Die Selbskompetenz einer Person wird öffentlich in Abrede ge-stellt.

  • Versuche des Opfers sich zu wehren werden als unrechtmässi-ge Auflehnung taxiert.

  • Bei Beförderungen wird jemand immer wieder übergangen.

  • Bei der Zuteilung spezieller Aufgaben wird jemand nie berück-sichtigt.

  • Man lässt eine Person im Ungewissen darüber, wie man ihre Leistungen einschätzt.

  • ...


Mobbing in Kinder- und Jugendheimen

Mobbing als gelerntes Muster in Familien, im Freundeskreis, in Schulen
Mobbing in Jugendhilfe-Einrichtungen anzugehen, ist ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit von Sozialpädaginnen und Sozialpädagogen. Unsere Aufgabe ist es, mit Vorurteilen, Erfahrungen und Stigmatisierungen von Kindern und Jugendlichen umzugehen, ihnen andere Erfahrungen möglich zu machen, damit sie ein neues Bild von sich selbst und dem eigenen Handeln und Reagieren entwickeln können.

Kinder und Jugendliche in Heimen sind „SpezialistInnen“ im mobben, sie wurden damit gross, waren Opfer und werden oft auch Täter/-innen. Zuvor waren sie innerhalb der Familie, des Freundes- und Bekannntenkreises, und in der Schule Mobbing ausgesetzt und haben gelernt, selber zu mobben.

Das Typische bei Mobbing-Situationen im Heim

  • BetreuerInnen und PädagogInnen arbeiten mit Kindern und Jugendlichen zusammen, die meist wenig soziale Fähigkeiten (Kompetenzen, Ressourcen) besitzen.

  • Die BetreuerInnen brauchen ein hohes Mass an sozialen Kompetenzen, um diese Arbeit zu verrichten. Schwächen werden von Kindern und Jugendlichen schnell erkannt und „ausgenutzt“.

  • PädagogInnen werden nicht selten für das Fehlverhalten ihrer KlientInnen verantwortlich gemacht. („Wenn Du Dich so kleidest, musst Du Dich nicht wundern, wenn der Jugendliche dich „anbaggert“. Du weißt doch, dass er Dich für unwiderstehlich hält.“)

  • Persönlicher Einsatz wird gerade bei PädagogInnen, die mit männlichen Klienten zusammen arbeiten, als sexuelles/emotionales Interesse ausgelegt. („Mich wundert nicht, dass sie so gut mit dem Jugendlichen auskommt, ich will nicht wissen, was die zwei machen, wenn sie mit ihm weg geht.“).

  • Gute Beziehungen zu den Klienten und Klientinnen schafft Konkurrenz im Team, weil in der Arbeit jede/r gerne persönlich durchs Klientel akzeptiert werden möchte. Dieses Abhängigkeitsverhältnis schafft Raum für Mobbing-Handlungen.

  • Personell schwach besetzte Dienstzeiten (Nachtdienste, Wochenenddienste usw. liefern die Pädagogin oder den Pädagogen in Krisenzeiten dem Klientel aus. („Heute hat Herr M. Nachtdienst, jetzt können wir’s ihm zeigen.“)

  • „Auffälliges Verhalten“ (auch mobben) wird damit „belohnt“, dass der Klient oder die Klientin mehr Zuwendung (auch im Sinne von Sanktionen, Reaktionen, Interventionen) erfährt. Sehr oft wird auch dem/der Täter/-in Raum gegeben, um sein/ihr Verhalten ausführlich zu erklären, auszubreiten, darzulegen zu rechtfertigen und zu begründen.

  • Gerade männliche Kinder und Jugendliche reagieren stark auf den optischen Eindruck ihrer BetreuerInnen. („Was ist denn das für eine, die ist ja viel zu fett.“) und lassen sich zu abwertenden Bemerkungen hinreissen.

Mobbing als problematisches Beziehungs-Muster zwischen SozialpädagogInnen und Jugendlichen
Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen arbeiten oft innerhalb eines Klimas der destruktiven Konfliktverarbeitung, welches Mobbing leicht zur Normalität werden lässt.

Widerstand gegen diese „Unkultur“ zu zeigen, heisst Persönlichkeit zu sein. D. h. aber auch, dass man sich dadurch erst recht ins Schussfeld von mobbenden Team-Mitgliedern setzt. Anpassung an diese „Unkultur“ zu signalisieren, heisst das Spiel mitzuspielen – man wird selbst zum Mobbing-Täter/zur Mobbing-Täterin.

Das Klima, das zugewiesene Kinder und Jugendliche bereits früher erfahren haben, finden sie im Heim häufig wieder. Entwicklung im Sinne von Veränderungsmöglichkeiten des eigenen Verhaltens wird somit sowohl für die Kinder und Jugendlichen, als auch für Sozialpädagogen und Sozialpädagoginnen, erschwert. Der Kreislauf zwischen mobben und gemobbt werden ist geschlossen und zeigt meist eine aggressive Lösungssuche im Umgang mit den eigenen Konflikten.

Mobbing als problematisches Beziehungsmuster im Team
Die Auseinandersetzung mit Kindern und Jugendlichen, deren Selbstbild und Selbstwert durch negative Erfahrungen geprägt ist, setzt bei den einzelnen BetreuerInnen im Team ein hohes Mass an persönlicher Standfestigkeit voraus. Aus Angst, als VersagerIn im Umgang mit Kindern und Jugendlichen entdeckt zu werden, verschweigen viele ihre Mobbing-Erfahrungen, die sie seitens der Jugendlichen erleben („Wenn Du dem Jugendlichen keine Grenzen setzten kannst, solltest Du besser Friseuse werden.“).

Teams, bei denen es nicht üblich ist, solche Erfahrungen preiszugeben, unterstützen die KlientInnen in ihren Mobbingaktionen. („Der Jugendliche hat schon recht damit, dass Du als Mann wohl kaum der Typ bist, dem man nacheifern möchte.“). Das Opfer steht alleine da, weil ein Kollege oder eine Kollegin, die auf Mobbing-Aktionen reagierte, selbst zum Opfer für die Kinder und Jugendlichen würde („Was mischt sich denn der ein, der hat wohl was mit ihr.“).

Dies sind nur einige Beispiele des sozialpädagogischen Alltags. Die Liste kann beliebig verlängert und mit Beispielen ergänzt werden. Sicher ist, dass ein Klima, in dem Mobbing zugelassen wird, sich auch sonst auf die Befindlichkeit der einzelnen negativ auswirkt. In Bezug auf die Mobbing-Opfer ist der Schaden so gross, dass diese oft Jahre brauchen, um diese Traumatisierung zu verarbeiten.