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Was ist Mobbing?
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Hilfe und
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Mobbing kann eine
Vielzahl von psychischen und körperlichen Krankheiten auslösen oder
verstärken.
Psychische und
psychosomatische Erkrankungen
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Depression
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Niedergeschlagenheit
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Verzweiflung
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unerklärliche Übermüdung
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Apathie,
Antriebslosigkeit
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Grübelzwang
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Zwangshandlungen
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ziellose Aktivitäten
-
Konzentrationsprobleme
-
Gedächtnisstörungen
-
Einschlafstörungen,
Durchschlafstörungen,
-
frühzeitiges Aufwachen
-
Alpträume
-
Nervosität
-
Hypervigilanz
(=übermässige Wachsamkeit)
-
Weinkrämpfe
-
Gereiztheit,
Überempfindlichkeit
-
Kontrollverlust
-
Kopfschmerzen, Migräne
-
Unsicherheit
-
Übersensibilität
-
Dauerreden
-
Posttraumatisches
Belastungssyndrom (PTSD)
-
übermässiger
Suchtmittelgebrauch bis hin zur Abhängigkeit
-
Suchtverhalten
(exzessiver Kaffeegenuss, Wettsucht, Glücksspiele,
Tabletten/Alkoholmissbrauch, Mager- und Fettsucht, Arbeitswut)
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Ängste, Angstgefühl,
Angstzustände,
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Stressymptome
-
Neigung zur Gewalt,
Aggressivität (gegen andere, gegen sich selbst)
-
Suizidgedanken,
Suizidhandlungen
Körperliche Erkrankungen
-
Muskuläre Verspannungen
im Schulter- und Nackenbereich, Rückenschmerzen, Wirbelsäuleleiden,
Hexenschuss, Verstärkung der Symptome eines Bandscheibenvorfall
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Schweissausbrüche,
trockener Mund
-
Allergien
-
häufige Infekte,
verminderte Immunabwehr, Anfälligkeit
-
Sehstörungen, Schwindel,
Zittern
-
Atemprobleme,
Enge-Gefühle, Asthma, Druck auf der Brust
-
Schwächegefühl, Schwäche
in den Beinen
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Herzrhythmusstörungen,
Herzbeschwerden, Herzflattern, Herzinfarkt
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Magen-Darmerkrankungen,
Verstopfung, Magengeschwür, Reizung der Magenschleimhaut, Durchfall,
Erbrechen, Appetitlosigkeit, „Kloss“ im Hals
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Arbeitsunfähigkeit,
Invalidität
Mobbing lässt sich mit
einer chronischen Krankheiten vergleichen, welche nach einem längeren
symptom-armen Verlauf schliesslich realisiert wird und dann, aufgrund
der schon weitgehend fixierten Situation häufig schwer angehbar ist.
Gemobbte Menschen werden
durch die beständigen ungerechtfer-tigten Angriffe vielfach
verunsichert. Dies führt einerseits zu grö-sseren Angriffsflächen und
Verletzungen, andererseits auch zu Ratlosigkeit, Passivität, Angst,
Wut. Eine solche Situation wird sich letztlich meist verschlechtern,
es braucht Interventionen von ausserhalb, um eine Verbesserung zu
erzielen.
Prävention
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Sensibilisierung von
Vorgesetzten und Angestellten
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Weiterbildung von
Vorgesetzten und Angestellten
-
Förderung der
betriebsinternen Kommunikation
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psychologische
Schulungen, Vertrauensperson (z. B. BetriebspsychologIn) im Betrieb
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Förderung der
Arbeitsplatzkultur
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Gesetzliche und
innerbetriebliche Regelungen und Massnahmenkatalog
Therapie der durch Mobbing ausgelösten Gesundheitsstörungen
Ursächlich
-
durch Angehen der
vorhandenen Problematik am Arbeitsplatz (Interventionen bei
Vorgesetzten, bei grösseren Betrieben via Sozialdienst, usw.)
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Aufzeichnen und
Verstehen-Lernen der zwischenmenschlichen Vorgänge bei Mobbing
-
Erarbeiten von möglichen
Reaktionsweisen, in der Absicht, zu-künftigem Mobbing kompetenter zu
begegnen.
Bei körperlichen Problemen
-
Die Therapie erfolgt
primär vorzugsweise durch den Hausarzt (Generalist), welcher den/die
Patienten/in in seinem/ihrem sozialen Umfeld relativ gut einschätzen
kann.
-
Eine Ueberweisung zum
Spezialisten kann bei Bedarf immer erfolgen.
Bei psychischen und psychosomatischen Problemen
-
Es braucht häufig eine
psychotherapeutische Begleitung (Ursa-che des Gemobbt-Werdens,
Folgen davon, Möglichkeiten dagegen, etc.).
Jeder Mensch ist sich selbst der erste Arzt, nur er/sie selbst weiss,
ob er/sie sich krank fühlt oder nicht, und ob er/sie Hilfe braucht
oder nicht.
Gesundheitsförderung
Gesundheitsförderung ist
darauf ausgerichtet, die Ressourcen und Kompetenzen des Einzelnen und
der Gemeinschaft zu entwicklen, indem jenes Potenzial optimal
ausgeschöpft wird, das es dem Menschen ermöglicht, mit seinen
gesundheitlichen Problemen besser fertig zu werden, sein Wohlbefinden
zu steigern, ein zufriedenstellendes Leben zu führen und sich zu
entfalten. Künftige Massnahmen zur Verbesserung des
Gesundheitszustandes der Bevölkerung sollen darauf abzielen, über den
Gewinn an Lebensjahren hinaus die Lebensqualität zu verbessern.
Diese Definition ist
entnommen aus der Broschüre der Gesundheitsförderung Schweiz, welche
das Projekt Mobbing unterstützt hatte.
Was kann jede/r Einzelne
tun?
Was Mobbing-Betroffene
tun können
Streben Sie in einer Krise als Erstes persönliche Stabilisierung an,
z. B. durch Aktivierung eines sozialen Netzwerkes.
Führen Sie ein Tagebuch mit Ihren Erfolgen (= Wertschätzung der
eigenen Fähigkeiten) und den Mobbing-Vorkommnissen (= Reflexion
schafft Distanz).
Nehmen Sie Ihre Probleme
ernst, und suchen Sie im Kollegenkreis sofort moralischen und
persönlichen Rückhalt. Beschreiben Sie Ihre Gefühle und das Erlebte
möglichst vorwurfsfrei und in der Ich-Form.
Eine Problem- oder
Konfliktanalyse kann Ihnen die Augen öffnen für andere Sichtweisen.
Besprechen Sie deshalb mit Ihrer vorgesetzten Person die belastende
Situation und versuchen Sie gemeinsam, eine tragfähige Lösung zu
erarbeiten.
Informieren Sie sich in der
Fachliteratur über Ihre Rechtslage.
Befinden Sie sich bereits
in einer fortgeschrittenen Phase von Mobbing, dann hilft es, sich die
eigene Ohnmacht und Hilflosigkeit einzugestehen, eine betriebsinterne
Anlaufstelle aufzusuchen oder eine für derartige Probleme zuständige
externe (medizinische, psychologische, juristische, gewerkschaftliche
oder unternehmensberaterische) Fachperson beizuziehen, je nach
Fragestellung.
Was kann der/die
Vorgesetzte tun?
Es ist primär Aufgabe der
Arbeitgeberseite, im Rahmen der Fürsorgepflicht durch kompetente
Personalführung und geeignete betriebliche Massnahmen dafür zu sorgen,
dass psychosozialer Stress und Mobbing möglichst nicht entstehen oder
sich konstruktiv abbauen lassen.
Soziale Unterstützung,
Anerkennung und Wertschätzung sind gerade in Zeiten von Veränderung
und Unsicherheit (z. B. Rezession, Umstrukturierungen) sehr wichtig
für die Motivation der Mitarbeitenden und für ihre Identifikation mit
dem Betrieb. Überdies helfen sie mit, Krankheitstage und die
Personalfluktuation zu reduzieren.
Präventive Massnahmen:
-
Weiterbildung aller
Mitarbeitenden bezüglich psychosozialem Stress und Mobbing;
spezielle Führungsseminare für Personalchefs und Führungskräfte zu
dieser Thematik
-
Einrichten
betriebsinterner Anlaufstellen und Hinweis auf externe Hilfsangebote
-
Regelmässige Evaluation
der Befindlichkeit am Arbeitsplatz
-
Gezielte
Gesundheitsförderung als Teil der Unternehmenspolitik
-
Betriebsvereinbarungen
gegen sexuelle Belästigung, Diskriminierung und Mobbing
-
Klare
Organisationsstrukturen und Pflege einer transparenten
Informationspolitik
Interventionsmöglichkeiten im Betrieb:
-
Im Gespräch mit der
betroffenen Person nach Entlastungsmöglichkeiten suchen, damit diese
auftanken kann!
-
Wichtig ist es, nicht
über den Kopf des Mobbing-Opfers hinweg zu handeln, nicht über diese
Person oder Gruppe zu reden, sondern mit ihr.
-
Dabei eine neutrale,
nicht wertende oder beschuldigende Haltung einnehmen. Unangenehme
Gefühle sollen zur Sprache kommen ohne dadurch andere Personen zu
verletzen.

Wenn
Arbeit krank macht ...?
Esther Lauper, Bruno Rossi
Für
viele Menschen ist die Tatsache, eine Arbeitsstelle zu haben, enorm
wichtig für ihr subjektives Wohlbefinden. Dies führt dazu, dass sie
bereit sind, vieles auf sich zu nehmen, um eine Arbeitstelle zu
behalten. Und doch gehen aufgrund der zu hohen Belastungen der
Arbeitneh-menden im Arbeitsalltag viele Ressourcen verloren. Die 4.2
Mia. Franken, die unserer Volkswirtschaft aufgrund von Stress am
Arbeitsplatz jährlich verloren gehen, sollten uns motivieren, die
aktuelle Situation zu hinterfragen und nach Lösungen zu suchen.
Um
es vorweg zu nehmen: Arbeit macht erst krank, wenn Arbeitsbelastung,
Arbeitsumstände oder Rahmenbedingungen über einen längeren Zeitraum
unerträglich werden. Innerhalb der letzten Jahr-zehnte hat sich in
der Arbeitswelt eine enorme Verschiebung der Arbeitsbelastungen
ergeben. Wenn in der Vergangenheit Massnahmen ergriffen wurden, um das
Wohlbefinden der Arbeitnehmenden zu verbessern, wurde vor allem dafür
gesorgt, dass die physischen Belastungen und Gefahren, die im
Zusammenhang mit der Arbeit entstehen, begrenzt und kontrollierbar
wurden. Damit konnten die Kosten im Gesundheitswesen, die durch
physische Überbeanspruchung am Arbeitsplatz entstanden, gedämpft
werden.
Arbeits-Sicherheit
Im Vordergrund standen Arbeits-Sicherheit, Unfallverhütung und
Ergonomie. Körperliche Fehlhaltungen, physische Fehl- und Überbelastung,
Einwirkung gefährlicher Stoffe, zu hohe Lärmbelastung, mangelnde
Beleuchtung und andere Immissionen wurden ebenso systematisch
angegangen wie Situationen, die Gefahren für die Arbeitnehmenden
boten. Die Anerkennung von Berufskrankheiten durch die SUVA brachte
finanzielle Leistungen für Geschädigte und auch Schutz der
Arbeitnehmen-den durch Richtlinien und Vorschriften.
Neue
krankmachende Belastungen
Trotz ergonomischen Massnahmen ist jedoch bestimmten physischen
Symptomen, wie Rückenschmerzen, nicht beizukommen. Hinter solchen körperlichen
Symptomen verbergen sich häufig psychische Belastungen, die mit dem
wachsenden Leistungsdruck zu tun haben. Dieser ergibt sich einerseits
aus dem konkreten Arbeitsalltag mit seinen Umstrukturierungen,
Kostenreduktionsprogrammen, Fusionen und Übernahmen und Ängsten um
den Arbeitsplatz, andererseits aber auch aus der globalen Entwicklung.
Gefühle von Undurchschaubarkeit, Ohnmacht, Ausgeliefertheit und
Machtlosigkeit machen sich breit. Diese subtilen Stressoren werden oft
in Zusammenhang mit der Entstehung von Depressionen und Burnout
gebracht. (Prinzip der gelernten Hilflosigkeit)
Veränderungen
in der Weltwirtschaft
Die Herstellung von Produkten und die Bereitstellung von
Dienstleistungen (= die Realwirtschaft) ist durch die Geld- und
Kapitalwirtschaft (Geldanlagen in Devisen, Aktien oder Wertpapieren für
kurzfristige Spekulationsgewinne) massiv zurückgedrängt worden. 1997
wurden durch die Geldwirtschaft 95%, durch die Realwirtschaft aber nur
5% der gesamten weltwirtschaftlichen Umsätze realisiert. Im gleichen
Zeitraum trugen die technologischen Fortschritte im
Kommunikationsbereich zu einer radikalen Beschleunigung aller
Informationen bei, was zu einer riesigen Informationsfülle geführt
hat. Die Informationsflut ist heute schon derart gross, dass das
Individuum den Überblick zwangsläufig verlieren muss. Der Kontext
und der Wert einer einzelnen Information kann oft nicht mehr erkannt
werden. Diese Desorientierung ist stress- und belastungsrelevant.
Verlust
von Werten und Errungenschaften
Während die nationalen Märkte früher von einer nationalen Politik
geregelt und kontrolliert wurden, fehlen im globalisierten Markt die
übergreifenden Regelungen und Kontroll-Instanzen. Die
Marktmechanismen haben an Bedeutung und Einfluss gewonnen, soziale
Errungenschaften und ethische Werte werden dagegen in den Hintergrund
gedrängt. Die Arbeitnehmenden haben gewisse (wenn auch zum Teil nur
vermeintlich gehabte) Garantien verloren und sind den
marktwirtschaftlichen Kräften subjektiv und objektiv weit schutzloser
ausgesetzt. Das Sicherheitsgefühl vermindert sich zunehmend. Es fällt
auf, dass Personen, denen klare Werthaltungen und Orientierung fehlen,
prozentual mehr als IV-Bezüger/innen erscheinen (siehe z. B.
Zuwachsrate bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen).
Auswirkungen
Die Summe solcher Belastungen wirken sich krank machend aus und können
sich in Form von kör-perlichen Symptomen wie Schlafstörungen,
Schweissausbrüchen, Rückenbeschwerden, aber auch in psychischen
Beeinträchtigungen wie Depression und Burnout zeigen.
Das
bedrohte Sicherheitsgefühl der Arbeitnehmenden könnte durch ein Gefühl
der Zugehörigkeit gemildert werden. Doch die Zugehörigkeit im
Arbeitskontext ist inzwischen nicht mehr gewährleistet, und dies
nicht nur aus Gründen der Rationalisierung und der
Umstrukturierungen, sondern auch aufgrund übersteigerter Flexibilitäts-Forderungen
seitens Unternehmens-Führung. Dies führt zuerst einmal zu sinkender
Loyalität gegenüber der Arbeitgeberin. Zudem nehmen sich die
Arbeitnehmenden so wahr, dass sie auf sich gestellt sind. Sie strecken
sich nach der eigenen Decke. Eigenmächtigkeiten, Regelverstösse und
Mitarbeiter/innen-Diebstähle können eine Folge davon sein. Der
wahrgenommene Konkurrenzkampf (bis hin zum einzelnen Arbeitsplatz) begünstigt
unloyales Verhalten gegenüber dem Team und gegenüber der
Arbeitgeberin. Nebst der verloren gegangenen Orientierung des
Einzelnen findet also auch ein emotionaler Ablösungsprozess bei
physischer Anwesenheit statt.
Diese
verschiedenen Entwicklungen in der Arbeitswelt wirken sich unabhängig
voneinander, aber kumulativ auf die Arbeitnehmenden aus. Steigende
Fehlzeiten, lange Krankschreibungen, hohe Inva-lidisierung-Raten,
Burnout und sinkende Motivation sind Hinweise. Andererseits gibt es
aber auch Arbeitnehmende, die lange resistent reagieren. Das heisst
aber noch lange nicht, dass sie ihr volles Leistungspotenzial ausschöpfen
und auch nicht, dass sie auf Dauer resistent bleiben.
Neue
Erfordernisse
Aus heutiger Sicht genügt es nicht mehr, für Arbeitsschutz zu
sorgen, sondern wir sind vielmehr auch gefragt, die
Arbeitszufriedenheit der Einzelnen und das Arbeitsklima an sich
sicherzustellen, wenn die vorhandenen Ressourcen der Arbeitnehmenden
der Volkswirtschaft und dem Unternehmen auch tatsächlich und vollumfänglich
zur Verfügung stehen sollen.
Fall-Beispiel
Jürg Huber ist seit fünf Jahren Angestellter in einer grossen Firma
im Raum Bern. In dieser Zeit hat er 3 verschiedene Vorgesetzte gehabt.
Mit dem aktuellen Chef, Rolf Müller, hat Jürg so seine Probleme. Aus
Jürgs Sicht weist ihm Rolf Müller immer die unbeliebteste Arbeit zu,
statt diese im Team fair zu verteilen. Anfänglich hat Jürg Huber
gerne in dieser Abteilung gearbeitet. Die Konflikte haben aber seit
einem Jahr deutlich zugenommen. Jürg hat darauf mit einem inneren Rückzug
reagiert. Er nimmt auch an den gesellschaftlichen Anlässen nicht mehr
teil. Die Mittagspause verbringt Jürg mit Sport oder er geht
spazieren. Früher ging er zweimal wöchentlich mit den Kollegen
essen, doch dies ist nun vorbei. Eine neue Umstrukturierung ist
angesagt. Es wird auch gemunkelt, dass die Firma Stellen abbauen will.
Jürg Huber hat deshalb Existenzängste. Er hat eine Familie mit 2
kleinen Kindern. Seit einem Monat werden vermehrt Überstunden
gefordert. Jeder macht mit, niemand will ja derjenige sein, der gehen
muss. Jürg Huber hat Magenprobleme und öfters Koliken. Der Arzt rät
ihm zu einer Operation mit anschliessendem Kuraufenthalt, d. h. Jürg
wäre während einem Monat nicht arbeitsfä-hig. Jürg Huber
verschiebt die Operation auf später, um nicht die Aufmerksamkeit auf
sich zu ziehen. Nach einem Monat wird Jürg Huber so krank, dass er
bis auf weiteres ausfällt.
Verschiedene Fortsetzungen zur Auswahl
Fortsetzung
1
Jürg Huber nutzt die Arbeitsunfähigkeit, um in Ruhe seine Lage zu überdenken
und ent-schliesst sich zu einem Stellenwechsel.
Aber: Heute ist es nicht einfach, eine neue Stelle zu finden.
Fortsetzung
2
Jürg Huber bleibt lange krank geschrieben, erholt sich körperlich,
hat aber noch immer psy-chische Widerstände, an die Arbeit zurückzukehren.
Thesen: Je länger man krank geschrieben ist, desto schwieriger
wird es, an die Arbeit zurückzukeh-ren. Eine lange Krankschreibung
kann auch zur Invalidisierung führen.
Fortsetzung
3
Jürg Huber erholt sich langsam und kehrt zur Arbeit zurück. Die
Probleme sind inzwischen grösser - und nicht kleiner - geworden. Jürg
Huber sieht keinen Ausweg und hält solange durch, wie nur möglich.
Erfahrungswert: Die Gefahr eines Zusammenbruches oder eines
Suizides oder einer gewalttätigen Handlung kann plötzlich ansteigen.
Fortsetzung
4
Jürg Huber kehrt nach einem halben Jahr an seinen Arbeitsplatz zurück
und wird von seinen Kollegen herzlich empfangen. In der Zwischenzeit
haben sich die Konflikte gelegt und die Abteilung ist zur Ruhe
gekommen. Die Arbeitsstimmung ist konstruktiv und Jürg Huber ist
zufrieden.
Kommentar: Dies ist eine schöne Wendung der Geschichte – nur:
eine solche Wendung ist äusserst selten.
Fortsetzung
5
Der Vorgesetzte hat sich entschieden, nicht einfach in der
Ungewissheit zu verharren, ob Jürg Huber jemals wieder an seinen
Arbeitsplatz zurückkehrt. Rolf Müller hat einen runden Tisch
einberu-fen und will mit allen Beteiligten die Situation klären und
das weitere Vorgehen aushandeln.
Dies ist ein sehr wirksames Vorgehen, das allen Beteiligten am
meisten dient, da eine win-win-Lösung angestrebt wird.
Im
Fall von Jürg Huber sehen wir, dass die Suche nach einer
ressourcen-orientierten Lösung unter Mitwirkung der Beteiligten am
erfolgsversprechendsten ist. Dabei geht es um Klärung von
Verantwor-tung und Erwartungen, um Evaluierung von belastenden und
entlastenden Faktoren, um gemeinsam festgelegte Bedingungen für eine
konstruktive und faire Zusammenarbeit von allen Seiten, auch von Jürg
Huber.
Wie
merke ich als Arbeitnehmer/in, dass mich die Arbeit zu sehr belastet?
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Morgendlicher
Widerstand an den Arbeitsplatz zu fahren
-
fehlende
Motivation
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Erhöhter
Puls während der Arbeit oder danach
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Schweissausbrüche,
Unruhe, Schlafstörungen
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Unerwartete
oder unerklärliche Herz- und Kreislaufprobleme
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Unerklärliche
Erschöpfung, Übermüdung
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Neue
Rückenprobleme, Verspannungen
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Ungewohnte
Kopfschmerzen und Migräne-Anfälle
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Stressbedingte
Magen- und Darmprobleme
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Erkennung
eigener Isolation, Einsamkeitsgefühle
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Depressive
Gefühle ohne andere Ursache
-
unbewältigte
Konflikte
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Nicht
abschalten können
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Kommunikations-Verweigerung
meinerseits oder seitens anderer MA oder Vorgesetzten
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Eigene
Handlungs- und Entscheidungs-Unfähigkeit
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Ungestillter
Erzähldrang
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Fluchtverhalten
durch Ablenkung (Fun & Action, Suchtmittel, TV...)
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Workoholismus
Wie erkenne ich als Arbeitgeberin oder Vorgesetzte krankmachende
Arbeitssituationen?
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Überdurchschnittliche
Fluktuation
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Steigende
Fehlerquote
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Leistungsabfall
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Steigende
Fehlzeiten
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Dienst
nach Vorschrift
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Zunehmende
Klagen von Mitarbeitenden
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Zunehmende
Missverständnisse
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Zunehmende
Konflikte (auch unterschwellige)
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Schuldzuweisungen
und Verleumdungen
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Schwindende
Solidarität
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Schwindende
Bereitschaft für Extra-Einsätze
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Klagen,
jammern, motzen
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Mitarbeiterdiebstähle
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Schwindende
Loyalität
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Zunehmende
Grenzüberschreitungen
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Relativierung
von Regeln und Vereinbarungen
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Betrügereien,
Veruntreuungen
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Eigenmächtigkeiten,
Machtmissbrauch
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vermehrte
Kompetenzüberschreitungen
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Arbeits-
oder Kommunikationsverweigerungen
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Gewalt,
Übergriffe, Drohungen, Mobbing
-
Suizidalität
und Suizid-Drohungen
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Zusammenbrüche
Quellenangaben: seco-Studien; Atlas der Weltverwicklungen, Peter
Hammer Verlag, Wuppertal, 2001
www.seco-admin.ch/d_index.html
www.seco-admin.ch/d_index.html
Autoren
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