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INSTITUT  FÜR  NEUES  LERNEN GmbH

 

... informiert Sie hier über das Phänomen MOBBING

... hilft Arbeitgebern und Vorgesetzten beim Auflösen von MOBBING

... bietet Führungscoaching und Weiterbildung für Führungspersonen 

... unterstützt Sie beim Konfliktmanagement

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Dieses Informations-Web zum Thema Mobbing ist ein Projekt des Instituts für Neues Lernen

 

 

 


Mobbing im Bildungs- Bereich

 

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Mobbing im Bildungsbereich wird in der Fachliteratur auch 'Bullying' genannt.

 

Mobbing ist im Bereich Bildung weit verbreitet. Betroffen sind Bildungsangebote, und Lehrgänge, die über einen gewissen Zeitraum dauern und diese destruktiven gruppendynamischen Prozesse zulassen. Es lassen sich unterschiedliche Konstellationen von Beteiligten und Betroffenen beobachten.

 

Mobbing kann stattfinden zwischen Lernenden, unter Lehrpersonen, aber auch zwischen Lehrenden und Lernenden. Immer wieder zeigt sich bei Selbstmord(-versuchen) von Schülern oder Lehrpersonen, dass mobbingartige Entwicklungen im Voraus statt gefunden haben.

 

 

Spezielle Situation an Schulen


Auffallend ist heute, dass sich viele Lehrpersonen nicht mehr wirklich verantwortlich fühlen für die sozialen Verhältnisse und Vorgänge ausserhalb der eigentlichen Unterrichtszeit. Auch bei klar geäusserten Mobbing-Klagen wird in der Regel nicht genügend ernsthaft eingeschritten. Die Verantwortung wird nicht selten an die Klagenden zurückgegeben. Es entsteht ein Machtvakuum. Und irgendwer nutzt dieses, um seine eigene Macht auszubauen. Unter diesem Fokus erstaunt es nicht, dass die Schulrandzeiten (Pausen, Zeiten vor Unterrichtsbeginn und nach dem läuten der Schulglocke, Schulwege, Umkleidezeiten beim Sportunterricht etc.) besonders anfällig für Mobbing-Dynamiken sind. Niemand fühlt sich verantwortlich dafür, unerwünschte Handlungen zu stoppen, weder die Behörde, noch die Lehrerschaft, noch die Elternschaft. Kinder und Jugendliche übersetzen dieses Wegschauen als Freipass, es bleibt die Botschaft 'weiter so'.

 

 

Angstfreies Lernklima


Will man ein angstfreies Lernklima schaffen (und das ist aus lernpsychologischer Sicht ein Muss, dass Lernen überhaupt statt finden kann, so muss man das Augenmerk auf alle angstmachenden Aspekte, auch die gruppendynamischen ausdehnen. Ein gemobbtes Kind kann sich nicht auf den Lernstoff konzentrieren, wenn es genau weiss, dass es auf dem Nachhauseweg wieder Gewalt oder andere Aggressionen erleben muss. Dann ist es nämlich damit beschäftigt, Strategien zu entwickeln, wie es diesen Übergriffen am ehesten ausweichen könnte.

In Schulen, an Universitäten und im übrigen Unterricht wird mindestens jede/r 10. gemobbt.


Viele Lehrpersonen sind verunsichert bezüglich ihrer Zuständigkeit und Verantwortung, wenn Schüler und Schülerinnen unter sich, in der Pause, kurz nach oder kurz vor dem Unterricht Konflikte austragen. Wenn Lehrpersonen sich engagieren, dann kommen Vorwürfe von Eltern oder Behörden, wenn sie unerwünschtes Verhalten in den Randzeiten ignorieren, dann bekommen sie wenigstens keine direkten Probleme. Und damit leisten alle Vorschub den Grenzüberschreitungen unter den Kindern und Jugendlichen. Der/die Stärkere kann seine Macht ausbauen und missbrauchen, und er/sie wird nicht gehindert, dies zu tun. Und niemand fühlt sich verantwortlich. Kinder, die in die Opfer-Rolle geraten laufen grosse Gefahr einer psychischen Fehlentwicklung, ihre Eltern fühlen sich unverstanden und alleingelassen und aus Sorge um die Gesundheit werden immer wieder Kinder umplatziert. Die Lehrpersonen haben das Gefühl, nicht mehr tun zu können. Die Mobbenden werden in ihrem Tun bestätigt und lernen zudem, in Zukunft diese Muster wieder anzuwenden. Das Mobbing bleibt zurück, auch wenn Gemobbte das System verlassen.

 

 

Erscheinungsformen innerhalb der Klasse unter Auszubildenden

  • Hinter dem Rücken wird von jemandem schlecht geredet

  • Man fügt jemandem regelmässig Schaden zu (z. B. Hefter verschwinden lassen, Velo auseinandernehmen ...)

  • Jemand wird vor andern lächerlich gemacht, blossgestellt

  • Ausschluss von sozialen Verbindungen und Anlässen, z. B. jemand wird nie zu einer Party eingeladen, darf nicht mitspielen, bei einer Gruppenarbeit nicht mitmachen ...

  • Es werden falsche Gerüchte über eine Person verbreitet

  • Es werden Gerüchte über die Eltern, Herkunft u. ä. verbreitet

  • Man lässt jemanden nicht zu Wort kommen

  • Man macht sich über etwas Persönliches lustig (Nase, Frisur, Behinderung, Körperformen, ...)

  • Es werden Andeutungen gemacht

  • Durch ständige Kritik wird Druck ausgeübt

  • Mitschüler/innen werden angepinkelt oder gezwungen, den Urin eines andern zu trinken

  • Mitschüler werden gehindert, nach Hause zu gehen.

  • Schuhe oder Kleidungsstücke von Mitschülern werden versteckt oder zerstört

  • Die Schulsachen werden beschädigt oder zerstört (z. B. Seiten zusammenleimen, Seiten herausreissen ...)

  • Die Schulsachen u. a. werden mit Kacke beschmiert

  • Kinder, die sich mit dem Mobbing-Opfer solidarisieren werden unter Druck gesetzt

  • Ein Kind und sein Anliegen wird nicht ernst genommen

  • Wenn ein Kind fehlt, zu sagen, dass es schwänze

  • Briefliche Demütigungen mit Worten und Zeichnungen

  • Sexuelle Diffamierungen, Verleumdungen, Anspielungen und Provokationen. Auch sexuelle Übergriffe als Mittel der Demütigung

  • Andere körperliche Übergriffe wie stossen, schlagen, kneifen, pla-gen, treten, Bein stellen, streicheln, tätscheln ...

  • Geheimnisse werden systematisch herumerzählt

  • Andere Kinder werden zu aggressiven Taten gegen das Mobbing-Opfer aufgehetzt

  • Schadenfreudiges Lachen und Auslachen

  • Jemand wird permanent als dumm hingestellt

  • Jemand wird beschimpft und beleidigt

  • Pseudowahrheiten oder Peinlichkeiten verbreiten, in die Klasse tragen

  • Spott

  • Erpressung (von Geld, Schweigen, andere Leistungen wie Znüni bringen...)

  • Bedrohung, Gewaltandrohung (mit und ohne Waffen)

  • Verletzungen

  • vorsätzlich zufügen als Mittel der Demütigung

  • ...


Lehrpersonen und Unterrichtende fühlen sich oft überfordert, mit schwierigen oder schwachen Schüler/innen zurechtzukommen. Die Klassen sind gross, die Auszubildenden nehmen sich oft Rechte heraus, die ihnen nicht zustehen. Lehrende erfahren zuwenig Wertschätzung und Un-terstützung seitens der Behörden und seitens der Eltern. Die Aufgabe ist anspruchvoll und fordert enorm viel Energie. Disziplinprobleme anzugehen ist heute z. T. heikel, weil sofort Eltern intervenieren und sich schützend vor ihr Kind stellen. Trotzdem. Nichts rechtfertigt eine Grenzüberschreitung, einen Machtmissbrauch oder Mobbing von Ausbildnern/innen gegenüber Auszubildenden. Es müssen andere Wege der Konfliktbewältigung gesucht und gefunden werden. Dass es trotzdem immer wieder vorkommt ist eine traurige Tatsache.

 

 

Erscheinungsformen seitens von Lehrpersonen

  • Vor Übertritten wird eine folgende Lehrperson negativ beeinflusst („vor-informiert“)

  • Die Lehrperson stellt einen Schüler immer wieder bloss

  • Abschätzige Gesten, abwertende Blicke

  • Die Lehrperson witzelt über eine Schülerin

  • Die Lehrkraft gibt einen Spitznamen

  • Eine Lehrperson fragt immer dann nach einer Antwort, wenn sie weiss, dass der Schüler keine Antwort geben kann

  • Die Schülerin wird regelmässig übergangen, wenn sie sich selber meldet

  • Es werden Andeutungen zu den Eltern gemacht

  • Demütigungen in Worten und bezüglich verlangten Handlungen

  • Privates wird vor die Klasse gezogen, die Intimsphäre wird verletzt

  • Man lässt jemanden nicht zu Wort kommen

  • Probleme werden ignoriert, weggeredet, als inexistent dargestellt

  • Schuldzuweisung gegenüber dem Mobbing-Opfer

  • Durch ständige Kritik wird Druck ausgeübt

  • Eine Person wird nie gelobt

  • Eine Person kriegt Noten, die nicht der Leistung entsprechen

  • Ein Schüler wird gezwungen, Arbeiten auszuführen, die sein Selbstbewusstsein verletzen, oder die ihn vor der Klasse demütigen

  • Übertriebene Strafen ohne Relation zum sonstigen Strafverhalten der Lehrperson

  • Unangemessenes Drohen mit Konsequenzen

  • Das Lob, das das Kind verdienen würde, wird an andere weitergegeben

  • Verbale Beschimpfungen (z. B. „Du bist eine halbtote Fliege“)

  • Unwahre oder massiv übertriebene Aussagen werden gegenüber den Eltern über das Kind gemacht

  • Unzulässige oder schikanöse Vergleiche anstellen, verbunden mit einer Vorwurfshaltung

  • Hilfe verweigern

  • Schülerin nicht ernst nehmen

  • Spitznamen geben, auch Spitznamen übernehmen, die die Schüler sich geben

  • Schutz verweigern

  • Schutzzone verweigern

  • Körperliche Übergriffe wie treten, stossen, kneifen, schlagen, berühren, klopfen

  • ...

Die Dynamik in einer Klasse kann so ausarten, dass sich einzelne Schüler, eine Gruppe oder die ganze Klasse mit dem Ziel formiert, die Lehrperson „fertig zu machen“. Oft reagieren Eltern so, dass sich die Kinder oder Jugendlichen unterstützt fühlen in ihrem Tun. Manchmal solidarisieren sie sich sogar öffentlich. Das Ganze artet in eine „Treibjagd“ aus. Die Behörden sind meist hilflos und suchen oft die Ursache bei der Lehrperson, was die Dynamik für den Betroffenen verstärkt. Wenn eine echte Unterstützung ausbleibt, dann kann ein solches Kesseltreiben bis zum Selbstmord des Mobbing-Opfers führen.

 

 

Erscheinungformen seitens der SchülerInnen und Eltern gegenüber der Lehrperson

  • Die Lehrperson wird systematisch lächerlich gemacht

  • Man macht sich über die Lehrperson lustig

  • Die Lehrperson wird angepöbelt oder beschimpft

  • Man lässt die Lehrperson nicht ausreden

  • Es werden Gerüchte und unwahre Aussagen über die Lehrperson verbreitet

  • Der Lehrperson wird ein regelwidriges Verhalten unterstellt

  • Sexuelle Provokationen gegenüber der Lehrperson

  • Sexuelle Belästigung der Lehrperson

  • Der Lehrperson werden unberechtigterweise sexuelle Übergriffe unterstellt

  • Das Alter oder das Geschlecht der Lehrperson wird als Grund angeführt, dass sie am falschen Ort sei

  • Eltern solidarisieren sich mit den Schüler/innen und mobben gemeinsam

  • Die Kompetenz der Lehrperson wird ohne echten Grund in Frage gestellt

  • Die Lehrperson wird diffamiert

  • Arbeitsmittel der Lehrperson werden versteckt oder zerstört

  • Die Schuleinrichtungen werden beschädigt oder zerstört

  • Die Lehrperson wird am Unterrichten gehindert

  • Das Fahrzeug der Lehrperson wird beschädigt

  • Die Lehrperson wird in ihrer Integrität verletzt

  • Über die Lehrperson werden private Dinge (z. B. Ausrichtung ihrer Sexualität ...) herumerzählt, mit dem Ziel, die Person in Frage zu stellen

  • Der Lehrperson wird unbegründet Unfairness oder Unkorrektheit unterstellt (Verleumdung)

  • Die Lehrperson wird beschuldigt, zuviel zu verdienen

  • Die Lehrperson wird in der Freizeit geplagt, z. B. anonyme Anrufe, falsche Bestellungen von Ware, u. a. Schikanen

  • Der Lehrperson werden unüblich viele und harte Streiche gespielt

  • Das Schulmaterial wird beschädigt oder zerstört

  • Manipuationen an technischen Geräten mit dem Ziel, den Unterricht zu beeinträchtigen (z. B. Computer)

  • Private Effekte der Lehrkraft werden beschädigt, versteckt, zerstört ...

  • Die Lehrperson wird unter Druck gesetzt und bedroht

  • Das Privatleben der Lehrperson wird ausspioniert und herumerzählt

  • Die Lehrperson wird bei der Schulbehörde verleumdet

  • Es wird eine Schlammschlacht (z. B. Presse) gegen die Lehrperson inszeniert

  • Die Eltern organisieren eine Hetzjagd

  • Der Lehrperson wird das Äusserungsrecht entzogen

  • Die Lehrperson wird nicht gegrüsst

  • Die Lehrperson wird offen (Schulraum, Schulareal, irgendwo) verspottet

  • Grimassen hinter dem Rücken der Lehrperson, Verulkungen

  • Anweisungen der Lehrperson systematisch werden ignoriert

  • ...

Da und dort gibt es auch Mobbing im Team. Unzufriedene Ausbildner und Lehrende sind gefährdeter, selbst zu Mobbing-Tätern zu werden. Eine gute Team- und Kommunikationskultur wirkt präventiv. Leider gibt es aber immer noch oft das Gegenteil. Der Unterschied zu Mobbing Formen in einem wirtschaftlich orientierten Betrieb ist, dass oft grössere Kreise der Auswirkung (übers Team hinweg) provoziert werden. Das Mobbing kann auf das Mittun von Schülern und Schülerinnen, von Behörden und Eltern ... ausgedehnt werden.

 

 

Mobbing unter Lehrpersonen

  • Jemand wird von Informationen ausgeschlossen

  • Jemand wird an Veranstaltungen systematisch nicht eingeladen

  • Jemand darf an Aktionen (Projektwochen u. a.) nicht teilnehmen

  • Jemand wird vor Schülern blossgestellt

  • Über jemand wird vor Schülern schlecht geredet

  • Es werden Bedenken über die Schulführung verbreitet

  • Kollegen beschweren sich ohne wirklichen Grund bei den Behörden über eine Lehrkraft

  • Kollegen äussern sich gegenüber Eltern über die betreffende Lehr-kraft

  • Gerüchte und Lügen machen die Runden

  • Das Privatleben einer Person wird ausgebreitet

  • Das Privatleben einer Person wird als Aspekt der Schulführung beigezogen

  • Persönliche oder schulische Effekte der Lehrperson werden beschädigt, verstellt, versteckt, zerstört ...

  • Diese Person kriegt immer den schlechtesten Stundenplan

  • Diese Person kriegt immer die schlechtesten Räume zugewiesen

  • Die Person wird gehänselt, verspottet ...

  • Es werden dauernd Witze über jemanden erzählt

  • Es werden Gerüchte über diese Lehrkraft verbreitet

  • Der Lehrkraft werden unbegründete Übergriffe unterstellt

  • Man lässt die Person nicht zu Wort kommen oder hört einfach nicht hin, übergeht ihre Voten

  • Die Person wird von positiven Zuwendungen (Lob, Znüni u. a.) ausgeschlossen

  • Schulmaterial oder Geräte der Lehrkraft werden beschädigt, vernichtet, manipuliert ...

  • Man schafft Bedingungen, in denen die Lehrkraft ihre Stärken nicht zeigen kann

  • Abwertende Blicke und Gesten

  • Die Person wird vom Austausch von Unterrichtsmaterialien ausgeschlossen

  • Niemand arbeitet mit der Lehrperson zusammen

  • Die Lehrperson wird isoliert

  • ...

Gerade im Bildungsbereich ist Mobbing-Prävention und Gesundheitsförderung enorm wichtig. Orientieren Sie sich, welche Weiterbildungsangebote wir Ihnen unterbreiten. Für gesundheitsfördernde Projekte wenden Sie sich an die www.gesundheitsfoerderung.ch Gesundheitsförderung Schweiz und bitten Sie um einen Unterstützungsbeitrag.


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